Historie der Ortsgruppe

„Im Rahmen der Rotkreuz-Aktivitäten nach dem zweiten Weltkrieg im Landkreis Miesbach wurde 1947 die Wasserwacht – Ortsgruppe Holzkirchen gegründet. Pate stand damals die bereits bestehende Ortsgruppe der Wasserwacht Schliersee. Zu Beginn konnte sich die Holzkirchner Ortsgruppe auf ca. 40 Aktive stützen.

An Sonntagen wurde damals an den drei Seen der Umgebung, nämlich der Hackensee, Kirchsee und Seehamer See Wach- und Rettungsdienst geleistet. Unterkünfte oder Rettungsstationen gab es noch nicht. Ihren Einsatzort erreichten die Wasserwachtler mit dem Fahr- oder Motorrad. Jeweils fünf bis sechs Aktive verfügten über Erste-Hilfe-Material und ein Rettungsbrett. Alle 14 Tage traf man sich in der Gaststätte „Hauslbräu“ um den Wachdienst festzulegen. In Holzkirchen stand der Postweiher zur Ausbildung, wie Anfängerschwimmkurse und die verschiedenen Grund- und Leistungsscheine zur Verfügung.

Der Wachdienst am Seehamer See wurde 1952 an die OG Miesbach abgegeben. Die Aktivitäten am Kirchsee endeten 1953 für die Holzkirchner, weil dieses Gewässer von der OG Bad Tölz übernommen wurde. Das Augenmerk richtete sich nun voll auf den Hackensee.

Von den damals zwischenzeitlich ca. 60 Aktiven wurde am rechten Seeufer ein Badeplatz angelegt und eine Wachstation eingerichtet. Die Präsens der Holzkirchner Wasserwachtler verringerte sich in den Folgejahren immer mehr und erlosch mit der Errichtung des Hallenbades 1972 ganz.

Im Jahre 1981 entschloss sich eine Anzahl Holzkirchner Bürgerinnen und Bürger, die Wasserwacht Ortsgruppe wieder neu zu gründen. Man war sich einig, dass die interessierte Jugend einer sinnvollen Aufgabe, im Dienst am Nächsten, zugeführt werden sollte. Diese Überlegungen gaben den Verantwortlichen recht, denn schon bald konnte der Wachdienst am Hackensee wieder aufgenommen werden. Voraussetzung war natürlich eine aufwendige Schulung und Ausbildung der Aktiven im Schwimmen und Rettungsschwimmen, sowie in Erste-Hilfe und Herz-Lungen-Wiederbelebung.

Der OG-Leitung gelang es, 1982 eine Hütte am Hackensee zu pachten. In ausschließlicher Eigenleistung wurde diese in eine Wachstation um – und ausgebaut. Aber nicht nur der Wachdienst am See beschäftigte die Wasserwachtler. So wurden im Hallenbad umfangreiche Lehrgänge im Schwimmen und Retten durchgeführt, Fortbildung betrieben und Schwimmabzeichen abgenommen.

Weiterhin betätigte sich die Wasserwacht in Verbindung mit der Schule, die Schüler im Rettungsschwimmen zu unterweisen. Man bot regelmässig Wassergymnastik und Spielnachtmittage für Kinder und Jugendliche an. Auch Schwimmen für Behinderte wurde durchgeführt. Die Höhepunkte der Aktivitäten waren aber wohl die Organisation, zusammen mit dem Schwimmverein Grün Weiss, die Staffelschwimmen von Vereinen, Betrieben und Organisationen, sowie die 24-Stunden-Schwimmen. Neben all diesen Veranstaltungen sind die Holzkirchner aber auch eine wesentliche Stütze zur Auschilderschulung für Rettungsschwimmen und Schwimmen, sowie der Lehrerfortbildung im Bezirk Oberbayern. Diese Maßnahmen erfolgten im wesentlichen durch das Engagement der aktiven Lehrgruppenausbilder Helmi Bösche, Enno Bösche und Hermann Schimpfhauser.

Seit dem großen Knacks im Juli 1986, als das Hallenbad geschlossen wurde, müssen alle diese Aktivitäten ruhen. Die Wasserwacht Ortsgruppe Holzkirchen ist aber gewillt und bestrebt, diese Tätigkeiten nach Möglichkeit, zur Neueröffnung des Hallenbades 1992 wieder aufzunehmen und zum Wohle aller Bürger fortzuführen.“

Bericht 18.10.1991 von Hermann Schimpfhauser