Rückblick

Königsdorf 2013

Wie letztes Jahr ist die Wasserwacht Holzkirchen mit ihrer aktiven Jugend ins Sommercamp nach Königsdorf gefahren. Wir wollten die letztes Jahr begonnene Ausbildung rund ums Thema “Fließgewässer” fortführen. Diesmal hatten wir aber eine große Herausforderung zu meistern. Wir wollten insgesamt knapp 50 Kinder und Jugendliche im Fließwasser schulen, und dies über ein ganzes Wochenende.

 

Zuerst einmal haben wir fleißig Spenden gesammelt und dank einiger großzügigen Sponsoren, haben wir es geschafft, zumindest schon mal eines der beiden geplanten Boote zu kaufen. Damit konnte unser Spezialist im Thema Raften, Peter, als anerkannter Rafting-Guide einige der Gruppenleiter im Vorfeld mit diesem Boot intensiv ausbilden. Mehrere Fahrten auf der Isar waren notwendig um Manöver sicher zu schaffen und Gefahren einzuschätzen und meistern zu können. Auf einer dieser Übungsfahrten kam es tatsächlich auch zum ersten Einsatz, wo ein Boot kurz vor unserem Eintreffen die Kontrolle in einer Strömung verloren hatte und kenterte. Personen kamen keine zu Schaden aber dank der fachmännischen Rettungsaktion konnte das Boot, welches sich in der Strömung unter einen quer liegenden Baum verkeilt hatte, wieder befreit werden.

 

Aufwendig wurde der Transport von knapp 65 Personen morgens vom Camp zur Anlegestelle und am Nachmittag von der Ausbootstelle zurück zum Camp mitsamt Anhänger, Boote und Ausrüstung.

 

Dann war es endlich soweit: am Freitag trudelten langsam alle knapp 50 Kinder und Jugendliche mitsamt der ca. 20 Betreuer in Königsdorf ein. Eine große Hilfe war für uns die Bereitschaft Holzkirchen, welche uns 2 große Mannschaftzelte mitsamt Liegen und Matratzen gebracht und aufgebaut hat. Schnell haben die Grüppchen von Mädels und Jungs ihren Schlafplatz gefunden, mitunter wurden noch Plätze und Liegen getauscht, bis alle zufrieden waren. In einer sehr praxisnahen Vorführung hat Peter anhand von Erfahrungsberichten, Fotos und Filmen den Einstieg in die Gefahren der Fließgewässer gemacht.

 

Hier wurden den Kindern unter anderem gezeigt, wie man sich im fließendem Wasser verhalten soll, die tückischen Gefahren von gefallenen Bäume wurden erläutert. Video Aufnahmen von der Bergung des verklemmten Rafts zeigten eindrucksvoll wie schwierig es ist, Rettungsmaßnahmen in strömendem Wasser durchzuführen.

 

Eine Nachtwanderung ans Isar-Ufer sowie das Lagerfeuer beendeten den ersten Tag.

 

Morgens, gleich nach dem Frühstück, ging es dann zur Sache: jeder musste seine Ausrüstung anziehen (Neopren, Helm, Weste, Wasserschuhen) und in einer großen Autokolonne ging es um 9 Uhr nach Bad Tölz, zur Einstiegsstelle. Hier wurden die 6 Boote startklar gemacht und am Flussufer gab es die erste konkrete Einweisung:

 

Im so genannten “Safety Talk” wurden diverse Paddel Kommandos erläutert, zusammen mit allen Notfall Maßnahmen. Richtiges Treiben in fließenden Wasser, Rückholen ins Boot, Wurfsack Einsatz und sogar was passieren würde beim Kentern – alles wurde genau erklärt, bevor wir das Raft mitsamt Mannschaft ins Wasser durften.

 

In glühender Hitze waren alle froh, wo es dann endlich losging: ein Boot nach dem anderen konnte dann das Ufer verlassen und sich auf dem Wasser auf den Weg machen.

 

Kühlung war für viele dringend nötig, so entstanden mehrere heftige Wasserschlachten zwischen den Booten an den ruhigen Anfangspassagen. Hier hatten wir auch Gelegenheit alle Paddeltechniken zu üben und die ersten “Mann über Bord” Übungen zu machen. Wegen dem eher niedrigen Wasserstand müssten wir ständig Hindernissen ausgewichen, genaues Steuern war vom Bootsführer verlangt um nicht irgendwo hängen zu bleiben. Alle Bootsführer haben nach und nach aus ihren kleinen Matrosen richtige Paddelmannschaften gemacht, und masterten den Zick-Zack Kurs mit Bravour.

 

Das Wasser lud zum Treiben ein, und an einem idealen Flussabschnitt konnten fast alle sich in der Strömung austoben. Am Ende der Treib-Strecke bildeten mehrere mit Wurfsäcken ausgerüsteten Wasserretter eine Sicherungskette, dass keiner abhanden kommen konnte.

Mit Freude über die zurück gelegte Strecke und gespannte Erwartung auf den etwas sportlicheren zweiten Teil, genossen wir eine Pause am Flußufer und wärmten uns wieder in der Sonne.

Der “Versorgungstrupp” hatte Lunch-Pakete vorbereitet, so dass sich alle auf einer schönen breiten Kieslandschaft nach dem ersten Abschnitt stärken konnten.

 

Kurze Zeit später hieß es “Alle man zurück an die Paddel!” und wir setzen unsere Fahrt fort. Der Abschnitt nach Wolfratshausen verlangt genaues Paddeln an einigen Stellen, besonders in der Aschholdinger Au wo das Hochwasser viel Treibholz angeschwemmt hat. Kurz vor eine markante Prallwand haben wir ausgebootet und sind mit den Kindern zu Fuß an der Stelle gelaufen um die dortige Gefahren zu erläutern. Absolutes Schwimmverbot, da mit den Mengen an angeschwemmten Treibholz die Gefahr dort hängen zu bleiben extreme hoch ist!

An dieser Stelle haben dann zur Sicherheit nur die Bootsführer die Rafts nacheinander durch gefahren.

Das Erlebnis sich treiben zu lassen in der Isar konnten einige Kinder nicht oft genug wiederholen, und an ruhigen Abschnitten war ein ständiges “Mann über Bord” zu hören. Rausfallen, treiben lassen und dann von den Nachbar wieder Retten und ins Boot zurück holen lassen, war ein Spiel das kein Ende nehmen wollte, nur wenn wieder ernsthaft gepaddelt musste, wurden die Ruckrufe der Bootsführer etwas lauter!

Auf Höhe Wolfratshausen war am späten Nachmittag Endstation. Erschöpfte aber strahlende Gesichter stiegen einer nach dem anderen aus. Gemeinsam ging es dann wieder in zahlreichen Autos zurück zum Camp wo sich erst mal alle erholen mussten.

 

Kistenstapeln war auch in diesem Jahr ein sehr beliebtes Highlight welches bis zum Einbruch der Dunkelheit ungebrochenen Enthusiasmus versprühte. Gemeinsames Spielen sowie das Lagerfeuer bildeten den Abschluss des zweiten Tages. Am späten Abend wurden noch Brote über dem Feuer getoastet und mit dem restlichen Käse und Schinken von Mittag gab es wunderbare “Cordon bleu”.

 

Am Sonntag war Abreisetag. Aber bevor alle heim fahren durften (oder mussten), hatte Peter noch eine Lernzielkontrolle “Rafting Quiz” vorbereitet. In Gruppen wurden fieberhaft an den richtigen Antworten gearbeitet, da jeder den Preis des Siegers haben wollte. Da es dann fast alle mit voller Punkzahl geschafft hatten durften sich auch alle die Belohnung teilen.

 

Wir können auf ein sehr erfolgreiches und schönes Wochenende zurückblicken. Unsere Ziele, den Kindern das Thema Fließwasser zu vermitteln, sowie das Ganze in eine große Portion Spaß zu packen, sind uns gelungen. Die Gemeinschaft, die durch solche Aktionen entsteht, sollte man nicht unterschätzen.

 

All dies ist nur durch den großen ehrenamtlichen Einsatz unserer Betreuer möglich gewesen. Jeder hat sich voll und ganz engagiert und zum Gelingen der Aktion beigetragen:

 

– Peter, unser ausgezeichneter Raffting-Guide, der es geschafft hat, aus unseren Reihen qualifizierte Bootsführer auszubilden und das Ausbildungskonzept detailliert ausgearbeitet hat

– Margret, die die Planung der Fahrten voll im Griff hatte

– Susanne, Margret, Petra, Monika, Robert, Fritz, Thomas – unsere “Background-Perlen”

– Rudi, der Organisator (Zelte, Boot, Ausstieg..)

– unsere Raffting-Besatzung: Peter, Marion, Rudi, Tom, Alwin, Ingo, Ossi, Stefan, Jakob, Christiane, Christoph, Lars und Matthias, die der großen Verantwortung voll und ganz gerecht wurden

– und Marion, die für uns die Neopren-Bestellung übernommen hat

 

Und natürlich nicht zu vergessen, die Eltern, die uns beim Transport geholfen haben, die Bereitschaft Holzkirchen die in glühender Hitze Zelte auf und abgebaut hat.

 

Ein ganz besonderer Dank geht an unsere Sponsoren, denen wir die Anschaffung unseres ersten Bootes zu verdanken haben: Sparda-Bank Holzkirchen, Sparkasse Holzkirchen, Mercedes Schmid, Fa. Eder Haustechnik Otterfing, Fa. Sippl Heizungsbau, Metzgerei Kraft, Fa. LTN Servotechnik GmbH.

 

Wir sind auch weiterhin auf der Suche nach Spenden. Ein Anhänger für die Ausrüstung, das Material sowie für den Transport der Boote wäre dringend nötig sowie Helme und auch ein zweites Boot wäre von Vorteil.

 

 

Wir hoffen, dieses Ereignis nächstes Jahr wieder anbieten zu können da es uns allen sehr viel Spaß gemacht hat und wir viel gelernt haben.

April: Ramadama am Hackensee

Am 13. April startete bei der Wasserwacht Holzkirchen der Frühling. Bei schönstem Wetter machten sich 2 Suchtrupps von zwei Seiten aus auf, umherliegendem Müll einzusammeln. Die Aktion hat sich auf jeden Fall gelohnt denn viele Flaschen, Dosen, Hundekottütchen, Grills, Eishockeytore und sogar ein altes Schlauchboot konnten entsorgt werden.

Im Anschluss konnte sich die Mannschaft bei einer deftigen Brotzeit stärken, die Backwaren waren gesponsort von der Bäckerei Ratschiller, vielen Dank an diseser Stelle!

Bei der Gelegenheit wurden auch ein paar Reparaturen an Hütten und Steg durchgeführt.

Rettungsschwimmer-Ausbildung

Von Januar bis März wurde von der Wasserwacht OG Holzkirchen unter der Leitung von Rudi Hildebrand wieder ein Rettungsschwimmer-Lehrgang angeboten und durchgeführt. 19 Interressierte im Alter von 12 bis 43 Jahren nahmen an der Ausbildung teil. Im Rahmen der intensiven Schulung mit zwei vollen Tagen Theorie im Lehrsaal sowie mehreren praktischen Übungseinheiten im Hallenbad wurde den Teilnehmern das doch sehr umfangreiche Wissen und die praktischen Fertigkeiten eines Rettungsschwimmer vermittelt. Da zu den Anforderungen an einen Rettungsschwimmer natürlich auch gutes und vorallem ausdauerndes Schwimmen zählen verbrachten die Teilnehmer zwischen ihren Pflichtstunden auch nebenher noch sehr viel Zeit im Hallenbad beim Trainieren.
In der abschließenden Prüfung in Theorie und Praxis, die sich über einen ganzen Vormittag erstreckte konnten die Teilnehmer ihr neu erlerntes Wissen zeigen und anwenden.
Die Überreichnung der Rettungsschwimmer-Urkunden an die erfolgreichen Teilnehmer erfolgt dann im Rahmen der Jahreshauptversammlung.
Hier auch nochmal ein Dankeschön an die unterstützenden Ausbilder Stefan Schwerd und Florian Oswald.

Schnorchel-Ausbildung

Petra Hildebrand hat erstmalig eine Schnorchel-Ausbildung angeboten. Während dem Training wurde fleißig der Umgang mit der ABC-Ausrüstung (Schnorchel, Brille, Flossen) geübt. Brille unter Wasser ausblasen sowie Ringe hoch holen waren mit viel Spaß verbunden. An einem Samstag gab es Thorie-Unterricht mit Themen wie Sicherheit, Druckausgleich, Verletzungsgefahren, Ausrüstung und Atmung (Hyperventilation, Pendelatmung..). Alle haben sowohl die praktische als auch die Theorie-Prüfung mit sehr gutem Erfolg bestanden und konnten stolz ihre Urkunden entgegennehmen: Jessica Peters, Victoria Nandico, Martina Hildebrand, Sandra Hildebrand, Ferdinand Huil, Lucas Nandico, Alexander Putzer, David Wittmer, Martin Bielefeld und Ludwig Pfnür.

An der Jahreshauptversammlung wurden die Abzeichen und Urkunden vergeben

Jahreshauptversammlung und Wahlen

Die diesjährige Jahreshauptversammlung war ein besonderes Ereignis, da am Donnerstag auch der neue Vorstand gewählt wurde.

Zuerst begrüßte Hannes Kiesewetter als bisheriger Vorsitzender die Ehrengäste, Ehrenmitglieder, Eltern, Aktiven und Jugendlichen. Eine Schweigeminute erinnerte uns an unser verstorbenes Gründungsmitglied Hermann Schimpfhauser. Danach richtete Petra Hildebrand ein paar Worte als Bericht an die Versammelten. Sie wies darauf hin dass die vordringlichste Aufgabe der Wasserwacht die Bekämpfung des Ertrinkungstodes ist und hierzu viele Aufgaben zu bewältigen sind. Zum einen ist unsere Aufgabe die Ausbildung: einerseits als Breitenausbildung mit Themen wie sicheres Schwimmen, Erste Hilfe, Juniorhelfer oder ähnliches, anderseits konkrete Ausbildung im Wasserrettungsdienst, wie Rettungsschwimmerlehrgänge. Die andere Aufgabe ist natürlich der Wachdienst selber.

Unsere Jugendlichen über 16 Jahre sind alle als Rettungsschwimmer ausgebildet und übernehmen immer häufiger Dienst im Hallenbad. In der Alterskategorie, die für den Wachdienst an den Wachstationen an den Seen herangezogen werden können (über 18), fehlen uns die Mitglieder, derzeit haben wir etwa 5 Jugendliche. Aber wir haben viel Nachwuchs, der ausgebildet wird. Ein großes Lob erhielten die ehrenamtlichen Gruppenleiter, denen das wöchentliche Schwimmtraining zu verdanken ist.

Durch unser ehrenamtliches Engagement (in 2012 waren es ca. 3.800 Std.) möchten wir ein Vorbild für unsere Jugend sein und sie dazu animieren ebenfalls soziale Verantwortung zu übernehmen. Besonders freut uns dass 5 Jugendliche uns bereits regelmäßig und zuverlässig jeden Freitag beim Schwimmtraining unterstützen.

Im Bericht von Rudi Hildebrand verdeutlichte er dass die Wasserwacht Holzkirchen ein ziemlich ereignisvolles Jahr hinter sich hat. In 2012 gab es viele Aktionen, einige davon: Eisrettungsübung am Tegernsee, eine Fortbildung für die Trainer, EH-Ausbilder Lehrgang, EH-Kurs, Erste-Hilfe-Training mit Praxistag in Seeham für Kinder zwischen 10 und 12 Jahren, Naturschutzlehrgang Teil A, Rafting-Ausflug für die Aktiven, Naturschutzstreifen, Hütten-Ramadamma, Besuch bei der Integrierten Leitstelle Rosenheim der Aktiven, Kreisfest im Warmbad Miesbach, Rettungsschwimmer-Lehrgang, Ausbildung Juniorhelfer an der Grundschule I, Freizeitaktion Königsdorf mit ca. 70 Leuten, Ferienprogramm der Marktgemeinde, Lehrgang Methodik Didaktik, Lehrgang Notfalldarstellung, Naturschutzlehrgang Teil B, Beteiligung an der Großübung am Tegernsee (November), Ausbildung Schwimmen (Ausbilder), Naturschutzstreife, Gespräch mit der Marktgemeinde zur Zukunft des Hackensees, Tauchschnuppern für die Hippies. 

Ein paar Daten und Fakten: ca. 110 Kinder und Jugendliche werden jeden Freitag im Hallenbad im Schwimmtraining ausgebildet, wir haben Ende 2012 394 Mitglieder verzeichnen können.

Alwin, als bisheriger Naturschutzbeauftragter stellte heraus, dass die Natur besonders am Hackensee und in unserer näheren Umgebung sehr viele Ansatzpunkte für Naturerkundungen bietet und es ebenfalls als unsere Aufgabe gesehen wird, diese Schönheiten und einige Kenntnisse hierüber den Kindern nahe zu bringen.

Peter berichtete kurz über die Highlights aus 2012 in der Jugendarbeit, die Fotos und Filme, musikalisch untermalt beeindruckte alle tief. Diese vielen strahlenden Kindergesichtern geben uns allen die Kraft weiterzumachen. Wenn es uns gelungen ist, den Kindern einiges an Erste Hilfe, Schwimmsicherheit oder Rettungsschwimmerwissen verpackt mit Spaß weiter zu geben, dann sind wir auf dem richtigen Weg!

Wir bedankten uns noch bei Bernhard Heidl, Hans Pretzl und Stefan Marquardt für die Wahlleitung, bei Edith für die gemütlichen Jahre im Stammlokal und bei allen die da waren und uns Ihre Aufmerksamkeit und Interesse geschenkt haben.

Gewählt wurden Petra Hildebrand als Vorsitzende, Alwin Huil als Stellv. Vorsitzender, Rudi Hildebrand als Technischer Leiter, Peter Wild als Jugendleiter, Thomas Hackner als Kassenwart und Stefan Simmel als Arzt. Berufen wurde hinzu Magret Beck als Stellv. Jugendleiterin.

März: Eisrettungsübung am Hackensee

Am Sonntag, den 3. März fand am Hackensee eine Eisrettungsübung statt. Zwei Teams mit wechselndem Team-Leader durften ihr Können in einer (fast) realen Situation unter Beweis stellen.

Die erste Schwierigkeit war erst mal für die Übung ein Loch ins Eis zu machen. Mit Äxten und viel Kraft konnten an Leinen gesicherte Wasserwachtler in das ca. 16 cm dicke Eis ein Loch schlagen.

Es gab 2 Rettungsteams, bestehend aus jeweils 4 Jugendlichen, abwechselnd musste einer den Team Leader übernehmen.

Zuerst wurden die ersten Opfer geschminkt: Anna hatte eine Platzwunde an der Schläfe und über ihrem Neopren einen Sportanzug, schreiend hat sie aus dem kalten Wasser nach Hilfe gerufen, unter den wachsamen Augen eines geschulten Wasserretters. Per Funk wurde das in der Hütte wartende Team alarmiert, welches sich gleich einen Überblick verschafft, den Notruf absetzt (fingiert) und sofort mit einem aufblasbaren Eisretter, einem Spineboard, Seilen und weiterem Material ausrückt.

Ein Helfer, selbst gesichert von Kollegen, schiebt sich vorsichtig auf dem Eisretter zum Loch und zieht die unterkühlte Verletzte zu sich auf den Eisretter. Alle werden von der Unfallstelle weg gezogen, in sicherem Abstand und auf tragfähigen Eis hebt das Team Anna auf das Spineboard, sichert sie und bringt sie an Land. Anna wird jetzt mit der notwendige Erste-Hilfe versorgt, schnell wird sie mittels Decken und Rettungsfolie in einen Wärmepack gewickelt, die Kopfwunde versorgt und weiterhin medizinisch betreut. Aber damit nicht genug. Jetzt sollten die Retter erst so richtig ins Schwitzen kommen, da sie mit einem weiteren „Opfer“ konfrontiert werden. Plötzlich schreit aus der Menge der Schaulustigen ein Mädchen aus Leibeskräften, das Team muss wieder eingreifen: Sandra hat einen verletzten Unterarm, wie es aussieht einen offenen Bruch. Nun wird es etwas hektisch, aber die vier haben alles im Griff.

 

Bei der nächsten Übung wird das Opfer mit einem Schädel-Hirn-Trauma geschminkt ins Wasser geschickt. Wieder Alarmierung, Retten, diesmal mit noch mehr Vorsicht da eine ernste Kopfverletzung vermutet wird. Eine entsprechend simulierte Anforderung weiterer unterstützender Rettungskräfte wird über Funk abgesetzt. Während der Versorgung bekommt eine der inzwischen aus Neugier umher stehende Spaziergängerin auch noch einem Schock (ebenfalls von einer geschminkten Mime dargestellt). Dem umsichtigen Team ist auch dies nicht entgangen. Die Spaziergängerin wird versorgt und in Schocklage gebracht.

 

In der gut eingeheizten Hütte gab es für alle noch eine deftige Brotzeit und bei der Nachbesprechung wird noch mal angeregt über die Situationen diskutiert – wie es den Mimen ging, wie sich das Team fühlte und was noch zu verbessern sei.

Insgesamt ist Rudi Hildebrand, der Technische Leiter, der sich diese ganze Aktion ausgedacht und organisiert hat, sehr zufrieden mit dem Tag. Alle haben was gelernt und nur mit Üben kann man fit bleiben. Er ist mit seinen „Zöglingen“ sehr zufrieden, für die meisten war so was in der Art das erste Mal und sie haben sich alle super geschlagen. Florian Oswald, ein erfahrener Wasserretter hatte die Aktion wachsam mit beobachtet und seine Anmerkungen an die Jugendlichen weiter gegeben. Trotz aller Vorsicht ist auch der Spaß nicht zu kurz gekommen. Übermütig hat die junge Gruppe das gewollte Einbrechen ins Eis genossen, was aber nur beim Abfluss an der Fischerhütte möglich war, da der Hackensee sonst noch ziemlich fest zugefroren ist.