Besuch bei der ILS

Rettungsleitstelle in Rosenheim

Im November war eine Gruppe der Holzkirchner Wasserwacht mit 9 Jugendlichen und 8 Erwachsenen bei der Integrierten Leitstelle in Rosenheim zu Besuch. Wir durften an einer sehr interessanten und informativen Führung teilnehmen. Alle Notrufe aus den Landkreisen Miesbach und Rosenheim und der Stadt Rosenheim gehen hier ein, jährlich ca. 250.000 Anrufe, welche ein hochqualifiziertes Team entgegennimmt. Die Ausbildung bei der Feuerwehr und im Rettungsdienst sind Voraussetzung um hier arbeiten zu dürfen da zum Einen fachliche Antworten manchmal nötig sind, aber auch Entscheidungen getroffen werden müssen, welche Art von Hilfe und in welchem Umfang zum Unfallort geschickt wird. Hier laufen alle Fäden zusammen, per Funk werden die Rettungsaktionen koordiniert. Unsere Gruppe durfte an den vielen Bildschirmen verfolgen, wie ein Anruf entgegengenommen wird, welche Daten wie erfasst werden und welche Aktionen darauf erfolgen. Am Bildschirm werden die Einsatzfahrzeuge verfolgt, wer wo im Einsatz ist, um die Kapazitäten sinnvoll einzusetzen. Bereitwillig haben die freundlichen Mitarbeiter auf alle Fragen unserer Jugendlichen geantwortet.

 

Ein paar Rückmeldungen der Teilnehmer waren:

 

„Mich hat die Komplexität und die Präzision überrascht, die für die Organisation eines Rettungseinsatzes notwendig ist.
Ich bin froh, dass dort Menschen am Telefon sitzen, die immer die Ruhe bewahren. Die Nummer 112 werde ich mir gut merken, damit ich Sie im Notfall parat habe.“ Martina Peters

 

Was hat Euch am besten gefallen oder beeindruckt?

„Die engagierten Mitarbeiter, die neben ihren fordernden Aufgaben sich auch noch um Öffentlichkeitsarbeit bemühen, die hohe Praxiserfahrung der Disponenten sowie die organisatorischen Fähigkeiten des Funkers.

Gab es etwas, was Euch überrascht hat, Ihr Euch anderes vorgestellt habt?

Ich hätte mehr Hektik in der ILS erwartet.

Was konntet Ihr als Information für den Alltag / für Euch von der Führung mitnehmen?

          Die Disponenten der ILS können bei Einsätzen Rettungsdienstliche Handlungsvorschläge geben

          Tastensperre sollte immer aktiv sein damit die ILS nicht durch Hosentaschenanrufe gestört wird

          Lagerfeuer müssen unter 900900 gemeldet werden um Fehlalarmierungen zu vermeiden

          Im Zweifelsfall anrufen und die Lage schildern, dafür gibts keine Strafe, für Spaßanrufe hingegen schon

          Verirrte Einsatzfahrzeuge können durch die ILS Richtungsanweisungen erhalten

          im Notfall sollte man jedoch immer Streckenposten aufstellen die den Rettungskräften den richtigen Weg anzeigen“ Lars Witte

„Also, dass die irgendwie alle total ruhig waren, fand ich allerdings gut. Überrascht hat mich dass eine Schicht zwölf Stunden dauert. Mitnehmen konnte ich, dass es eigentlich immer was bringt wenn man anruft und man nicht selber erst nachdenken muss ob ein Notruf jetzt wirklich total sinnvoll ist oder nicht.“ Judith Kaiser

 

„Mir hat gefallen, beeindruckt: Das wir uns verschiedene Sachen anschauen konnten. Besonders hat mir gefallen wo wir dabei waren und verfolgen konnten was passiert wenn jemand anruft ,wobei wir den Leuten über die Schulter geschaut haben die uns dann auch vieles freundlich erklärt und erzählt haben was sie auch alles erlebt haben. Auch toll war wo wir an dem riesigen Computer waren , der nicht im Dienst ist (Schulungsmodul) und durchgespielt haben was passiert wenn jemand anruft. Überrascht hat mich, dass alle ganz gelassen waren und dass man so viel auswählen und bedenken muss bis man jemanden losschicken kann. Mitgenommen habe ich, dass ein Anrufer immer Ruhe bewahren soll (was ich aber schon wusste).“ Martina Hildebrand

 

„Ich fand sehr interessant, wie flexibel die ILS in Notsituationen, z.B. bei Unwetter oder Hochwasser das Team mit Ersatz- und Bereitschaftsmitarbeitern aufstocken kann. Beeindruckt hat mich das hohe fachliche Wissen und die Professionalität, mit welcher hier gearbeitet wird, die moderne, technische Ausstattung. Erzählungen der Mitarbeiter haben mir gezeigt, dass auch hier „nur“ Menschen am Werk sind, vor denen man sich nicht scheuen muss, anzurufen. Wichtig fand ich die Information dass Anrufe unter der alten Nummer 19222 zwar auch hier ankommen, aber vorranging für Krankentransporte benutzt wird und somit wegen der Priorität eventuell in einer Warteschleife hängen können, hingegen Anrufe unter 112 immer sofort angenommen werden. Polizei kann bei Unfällen auch über den Notruf mitalarmiert werden und muss nicht extra noch angerufen werden. Sehr überrascht hat mich die Offenheit, die Freundlichkeit und die Auskunftsbereitschaft der gesamten Dienststelle!“ Petra Hildebrand